dt. Interview

Interview mam Petra Hammesfahr

IMG_2155Foto: Wilfried Mammesfahr

Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für diese Fragen nehmen!

Wann haben Sie bemerkt, dass Sie ein Talent zum Schreiben haben?
Ich habe mit vier Jahren angefangen, Geschichten zu erzählen, später habe ich sie dann eben aufgeschrieben.

Wie hat sich Ihr Leben nach den ersten Veröffentlichungen verändert?
Wurden Sie vom Erfolg überrascht?
Da es bis zur ersten Veröffentlichung zehn Jahre dauerte, in denen ich 159 Absagen für insgesamt sieben fertige Romane bekam, war der Erfolg keine Überraschung, sondern eine große Erleichterung und die Bestätigung, dass ich eben doch kann, was mir viele absprechen wollten. Damals hieß es: „So wie Sie schreibt kein Mensch.“ Heute wird es als einzigartiger Stil bezeichnet. Verändert hat sich danach für mich aber nichts, ich habe nur mit einem anderen Gefühl weitergeschrieben.

War es schwierig für das erste Buch einen Verlag zu finden?
Habe ich gerade schon beantwortet.

Was ist für Sie der schwierigere Moment – den ersten Satz zu schreiben oder den letzten?
Beide Sätze kommen ohne mein Zutun. Sie sind eben da, und wenn sie nicht da sind, brauche ich mit der Geschichte nicht anzufangen, egal wie umfangreich sie in meinem Kopf schon sein mag.

Haben andere Autoren Sie beeinflusst – und wenn ja: Wie?
Ein klares Nein.

Wie lange dauerte es von der Idee, bis zum fertigen Produkt?
Das ist verschieden, zwischen wenigen Wochen bis zu sechs Jahren. Eine Idee für sich betrachtet, sind nur wenig Sätze. Um die auf 400 oder mehr Seiten zu bringen, braucht es eine Menge Stoff, der sich um die Idee herum aufbauen muss. Planen kann ich das nicht.

Schreiben Sie mit der Hand, der Schreibmaschine, dem Computer? Wie darf man sich Ihren Arbeitsplatz vorstellen?
Notizen mache ich mit der Hand oder unterwegs mit dem Handy. Gearbeitet wird nur am Computer, mein Arbeitszimmer sieht aus wie ein Büro mit einem nicht aufgeräumten Schreibtisch.

EBooks oder Papierdruck?
Was halten Sie von Eselsohren in Büchern?
Ich brauche Papier und bevorzuge Lesezeichen. Eselsohren sind tabu.

Nehmen Sie sich die Kritiken, zu Ihren Büchern zu Herzen?
Ich freue mich über gute Kritiken und ignoriere die anderen. Man kann es nicht allen recht machen.

Was ist das Geräusch/der Geruch Ihrer Kindheit?
Die Trompete meines Onkels an Heiligabend. Wenn er zum „Stille Nacht“ ansetzte, herrschte in den Häusern ringsum absolute Stille, weil alle zuhören wollten.

Welchen Kindheitstraum haben Sie sich noch nicht erfüllt?
Mein einziger Kindheitstraum waren die Geschichten, die ich schreiben wollte. So betrachtet arbeite ich derzeit an der fünfunddreißigsten Erfüllung.

Wenn Sie mit einem Fingerschnipsen etwas in Ihrem Leben ändern könnten – was wäre es, und warum?
Mein Leben gefällt mir so, wie es ist.

Welche Figur aus einem Roman oder einem Film würden Sie gerne treffen – und was würden Sie ihm / ihr sagen?
In meinem Kopf tummeln sich noch alle Figuren aus meinen Romanen, da ist kein Platz für Fremde. Aber persönlich treffen möchte ich sie nicht, ich müsste mich doch bei den meisten entschuldigen für das, was ich ihnen angetan habe.

Was bedeutet Familie für Sie?
Vom Winde verweht, mehr möchte ich dazu nicht sagen.

Haben Sie ein Lieblingsbuch?
Lieblingszitat?
Mein Lieblingsbuch ist immer noch „Das Mädchen auf der Schaukel“ von Richard Adams.
Und das Zitat: „Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem anderen zu.“

Wie würden Sie sich in drei Wörtern beschreiben?
Ich bin viele.

Was ist Ihnen wichtig, am Ende eines oder vielleicht sogar: eines jeden Tages getan zu haben?
Mein Zehn-Kilometer-Marsch.

Die beste Entscheidung Ihres Lebens war?
Meinen Mann zu heiraten.

Wann können Ihre Leser mit dem nächsten Buch rechnen?
Im Frühjahr erscheint eine Neuauflage von „Merkels Tochter“, ein Neues ist in Arbeit und noch nicht fertig. Ich kämpfe seit Wochen mit dem Schluss.

 

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