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Interview mam Karin Glück

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Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für diese Fragen nehmen!
Ich freue mich sehr darüber!

Wann haben Sie bemerkt, dass Sie ein Talent zum Schreiben haben?
Als ich einige Monate gesundheitlich viel liegen musste, hatte ich den Gedanken, ein Buch zu schreiben. Ihr kennt vielleicht dieses ganz spezielle Gefühl, wenn euch eine Idée ganz besonders beflügelt. Wenn ihr einfach wisst, dass es richtig ist und dass es zu euch gehört. Das Sprichwort: Wie auf Wolken laufen, war für mich plötzlich spürbar.
Aus diesem Gefühl entstand meine erste Geschichte. Sie war wirklich außerordentlich schlecht. Gerade mal dreißig Seiten habe ich geschafft und die Geschichte war derart verfahren, dass ich sie abbrechen musste. Dennoch war ich keineswegs entmutigt und habe schon nach wenigen Tagen Zuckerwattewolken und andere Irrtümer begonnen.

Wie hat sich Ihr Leben nach den ersten Veröffentlichungen verändert?
Der Moment, wenn man auf « Veröffentlichen » drückt, ist ein Startschuss in eine neue Welt. Nennen wir sie die Bücherwelt. Seit dem habe ich viele neue Menschen kennengelernt und mit ihnen zusammen arbeiten dürfen.
Gerade die Arbeit mit Bloggerinnen macht mir sehr viel Spaß! Es ist für mich beeindruckend, was ihr schafft und wie punktgenau euer Feedback ist.
Ansonsten hat sich nicht viel verändert. Ich bin immer noch dieselbe Person geblieben, denke ich zumindest :).
Die größte Veränderung ist wohl, dass man plötzlich von vielen Menschen ein Feedback zur eigenen Geschichte bekommt. Man kann sich offen über die Geschichte und die Charaktere darin austauschen.

Wurden Sie vom Erfolg überrascht?
Für mich ist der größte Erfolg, dass ich die Geschichte und alles was dazu gehört, soweit gebracht habe, dass sie veröffentlicht wurde. Das ist tatsächlich immer noch ein sehr neues Gefühl für mich.
Ich hatte große Ängste, dass die Leserinnen es nicht mögen könnten und bin immer wieder so glücklich, wenn es gemocht wird.

Für Selbstverleger: Wieso haben Sie sich für den Selbstverlag entschieden?
Ich habe mich für das Selfpublishing entschieden, weil ich darin eine sehr große Möglichkeit sehe, um meine Geschichten zu veröffentlichen. Bisher gefällt mir das sehr gut.
Um ehrlich zu sein, hielt ich es für unmöglich, dass ein Verlag sich dafür interessieren könnte. Grundsätzlich bin ich der Überzeugung, dass beides seine Vorteile hat.

Was ist für Sie der schwierigere Moment – den ersten Satz zu schreiben oder den letzten?
Ich finde den ersten Satz ziemlich knifflig, der wurde bei Zuckerwattewolken und andere Irrtümer so oft umgeschrieben, dass ich es schon gar nicht mehr zählen kann. Was wir aber immer wieder vergessen : Es gibt viele erste Sätze in einem Buch. Der erste Satz im Kapitel zum Beispiel. Und jetzt kommt es noch kniffliger : Jedes einzelne Mal, wenn die Leserin das Buch wieder in die Hand nimmt, ist im Grunde ein erster Satz :).

Haben andere Autoren Sie beeinflusst – und wenn ja: Wie?
Mich beeinflusst jedes einzelne Buch, das ich lese. Ich lerne von jeder Kollegin, von jedem Kollegen.
Dennoch möchte ich Petra Durst-Benning hervorheben. Ich habe sie auf einer Lesung kennengelernt und war sehr beeindruckt, wie sie von ihren historischen Romanen eine Brücke zur heutigen Zeit geschlagen hat. Und sie hat auch einige Podcastfolgen aufgenommen, die ich mir immer wieder gerne anhöre.

Wie lange dauerte es von der Idee, bis zum fertigen Produkt?
Das ist gar nicht so einfach zu beantworten. Ich würde sagen, ca 6 bis 8 Monate.

Schreiben Sie mit der Hand, der Schreibmaschine, dem Computer? Wie darf man sich Ihren Arbeitsplatz vorstellen?
Ich schreibe auf meinem Laptop. Da ich zwei Kinder habe, ist es nicht immer ruhig um mich herum. Das heißt, ich schreibe auch bei Lärm, sowie an verschiedenen Orten. Ruhe brauche ich für die romantischen Szenen, da ist es mir bisher tatsächlich noch nicht gelungen, die Geräuschkullise zu ignorieren.

EBooks oder Papierdruck?
Ich mag beides sehr gerne. Ebooks sind sehr praktisch und ich habe meinen E-reader sehr gerne in der Handtasche.
Dennoch ist der Geruch eines neuen Buches, wie Balsam auf meine Seele. Ich weiß in diesem Moment, dass ich gleich in eine andere Welt eintauchen darf.

Was halten Sie von Eselsohren in Büchern?
Och, da bin ich gar nicht so streng. Mein Buchregal ist also nicht so schön, wie in der Buchhandlung.

Nehmen Sie sich die Kritiken, zu Ihren Büchern zu Herzen?
Darüber könnte ich viele Seiten schreiben.
Ja, ich nehme sie mir zu Herzen. Wenn der « Schmerz » etwas nachgelassen hat, nehme ich mir negative Kritiken nochmals vor und überlege, ob ein Funken Wahrheit daran ist, ob ich mich für die nächsten Projekte verbessern kann, durch diese Kritik.
Ansonsten habe ich eine eiserne Regel, an die ich mich halte : KEINE Rezensionen lesen an einem schlechten Tag 🙂
Und ich möchte noch anfügen : In unserem Land herrscht Meinungsfreiheit, ein wichtiges Gut. Es ist also völlig legitim positive und negative Rezensionen zu schreiben. Wichtig ist für MICH einen Weg zu finden, damit klar zu kommen.

Was ist das Geräusch/der Geruch Ihrer Kindheit?
Spontan fallen mir zwei Sachen ein :
-Das Funkgerät, das mein Vater als Fahrlehrer für die Motorradausbildung benutzt hat. Die Basisstation stand bei uns zu Hause im Flur.
– Benjamin Blümchen :), wirklich 🙂

Welchen Kindheitstraum haben Sie sich noch nicht erfüllt?
Ich wollte als kleines Mädchen so gut stricken können, wie meine Oma. Dieser Wunsch ist an vollkommener Talentfreiheit gescheitert.
Und ich wollte Mama sein. Das mag für viele nach einem kleinen Wunsch klingen. Für mich war es immer ein besonderer Moment, wenn meine Mama für mich gekocht hat und in Ruhe mit mir über den Tag gesprochen hat. Eigentlich habe ich das Ziel erreicht.
Also bleibt nur das Stricken, fürchte ich 🙂

Wenn Sie mit einem Fingerschnipsen etwas in Ihrem Leben ändern könnten – was wäre es, und warum?
Es gibt bestimmt Fehler, die ich gemacht habe, bei denen ich jetzt sagen könnte : Ein Schnips und sie wurden nie begangen. ABER : Hätte ich dann die Chance etwas zu lernen ? Nein. Deshalb fällt das schon mal weg. Ein fehlerfreier Mensch ist mir nicht bekannt und wenn es ihn gibt, dann muss er verdammt langweilig sein 🙂
Und während ich so schreibe fällt mir doch etwas ein : Ich habe das Glück, wundervolle Großeltern gehabt zu haben. Und ich trug lange den Gedanken in mir, dass ich sie mehr über ihr Leben frage und was sie heute anders machen würden. Ich wollte sie fragen, was ihr Rat an mich ist, um glücklich zu sein. Ich habe das nie gemacht und das war ein Fehler, den ich gerne wegschnipsen können würde. Meine Großeltern kann ich seit zwei Jahren nicht mehr fragen.

Welche Figur aus einem Roman oder einem Film würden Sie gerne treffen – und was würden Sie ihm / ihr sagen?
Also Christian Grey ist es nicht :).
Professor Mc Gonogall : Was ist ihre Lebensgeschichte ?

Was bedeutet Familie für Sie?
Das sind die Menschen, die ich über alles liebe.

Haben Sie ein Lieblingsbuch?
Tatsächlich nein. Ich liebe Geschichten so sehr, dass es unmöglich ist, EIN Buch zu nennen.

Lieblingszitat?
Sei einzigartig, besonders und scheine auf deine eigene Weise. (Lady Gaga)
Du stirbst. Beginne zu leben. (Veit Lindau)

Wie würden Sie sich in drei Wörtern beschreiben?
Empathisch, zuverlässig, spontan

Was ist Ihnen wichtig, am Ende eines oder vielleicht sogar: eines jeden Tages getan zu haben?
Meinen Kindern gesagt zu haben, dass sie gut sind, wie sie sind. (und noch etwas, das wäre den beiden aber total peinlich.)

Die beste Entscheidung Ihres Lebens war?
Meinen Mann zu heiraten und Kinder zu bekommen.

Wann können Ihre Leser mit dem nächsten Buch rechnen?
Das ist DIE Stressfrage schlechthin :).
Ich sage es trotzd em : August 2020

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