Interview mam Ilona Arfaoui

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Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für diese Fragen nehmen!
Sehr gern geschehen. Ich danke vor allem auch Ihnen, dass Sie sich die Zeit genommen haben und mein umfangreiches Epos gelesen haben.

Wann haben Sie bemerkt, dass Sie ein Talent zum Schreiben haben?
Frühestens als ich in der Lage war, Buchstaben zu einem anständigen Satz zusammenzufügen.

Wie hat sich Ihr Leben nach den ersten Veröffentlichungen verändert?
Wurden Sie vom Erfolg überrascht?
Hmm, mein Leben hat sich eigentlich nicht verändert. Aber ich bin trotzdem stolz, darauf, dass ich es in der Zwischenzeit fertig gebracht habe, zwei Romane von beträchtlichem Umfang zustande zu bringen. Und Erfolg, nun, der ist natürlich relativ. Erfolg bedeutet in dem Sinne für mich, dass man mir von mehreren Seiten wohlwollend versichert hat, dass meine Romane in der Tat „lesbar“ sind.

War es schwierig für das erste Buch einen Verlag zu finden?
(Für Selbstverleger: Wieso haben Sie sich für den Selbstverlag entschieden?)
Ich habe erst gar nicht versucht einen Verlag zu finden (obwohl ich sogar lange Zeit in einem gearbeitet habe – vielleicht gerade deswegen), weil ich mir nicht vorstellen konnte, dass ein Verlag sich ausgerechnet für meine „Werke“ interessieren könnte. Letztendlich habe ich die Möglichkeit genutzt, meine Romane selbst herauszubringen. Somit war ich unabhängig, konnte den Inhalt sowie das Cover sogar nach meinem Geschmack selbst gestalten (als Grafik-Designerin war das kein Problem) und ich habe diese Entscheidung bis heute nicht bereut – jeder Weg hat seine Vor- und Nachteile.

Was ist für Sie der schwierigere Moment – den ersten Satz zu schreiben oder den letzten?
Für mich ganz klar: es ist immer der erste Satz. Manchmal weiß ich bereits den letzten Satz, während ich noch an dem ersten Satz herum mache. Das kann in der Tat dauern. Ich habe gefühlt unendlich viele erste Sätze, bis ich zufrieden bin. Ich liebe erste Sätze in Romanen, es ist zu einer richtigen Marotte geworden.

Haben andere Autoren Sie beeinflusst – und wenn ja: Wie?
Oh ja. Ganz viele und ganz unterschiedliche Autoren – von Kafka bis King. Da ich mich allerdings im Bereich des Fantastischen bewege, war es natürlich der Meister der Fantasy Tolkien, der mich teilweise beeinflusst hatte, und verneige mich vor seinem grandiosen Epos „Der Herr der Ringe“.

Wie lange dauerte es von der Idee, bis zum fertigen Produkt?
Ähm, wenn ich meinen ersten Roman, den Hexenmeister, als Beispiel nehme, habe ich von der Idee bis zum fertigen Produkt fast 30 Jahre gebraucht. Aber das war selbstverständlich eine Ausnahme, denn ich hatte ursprünglich nie die Absicht ihn zu veröffentlichen und habe dazwischen Pausen von mehreren Jahren eingelegt. Der König der Schatten hat ungefähr 2 Jahre mit allem Drum und Dran gedauert.

Schreiben Sie mit der Hand, der Schreibmaschine, dem Computer? Wie darf man sich Ihren Arbeitsplatz vorstellen?
Ich schreibe tatsächlich mein Ur-Manuskript mit der Hand. Irgendwie kann ich mich da besser konzentrieren. Sobald ein Kapitel fertig geschrieben ist, wird es im Computer bearbeitet, bearbeitet, bearbeitet und bearbeitet. Ansonsten besteht mein Arbeitsplatz aus verschiedenen hübsch gestalteten Notiz-Heftchen, in die ich Gedanken, Ideen, Plots, Personenbeschreibungen „gerecht verteile“ um mich anschließend auf die Suche zu begeben, wo ich jetzt was reingeschrieben habe – kurz gesagt, etwas chaotisch.

EBooks oder Papierdruck?
Da mein letzter Roman auf einigen Seiten illustriert ist, ziehe ich in dem Fall Papierdruck vor. Überhaupt mag ich Papierdruck. Jedoch lese ich zur Zeit viele Bücher digital. Das liegt ganz einfach daran, dass meine Regale aus allen Nähten platzen und ich die Bücher teilweise auf dem Boden ablegen muss.

Was halten Sie von Eselsohren in Büchern?
Voll erwischt! Meine schicken Lesezeichen verschwinden regelmäßig im Bermuda-Dreieck, ein Einkaufszettel oder ein Fahrschein ist nicht immer zur Hand – also knick, knick. Ich versichere aber hiermit: das mache ich nur mit meinen eigenen Büchern und auch nur mit Taschenbüchern. Ich würde es natürlich niemals wagen, einen meiner Kunstbände auch nur mit dem Hauch eines Eselsohrs zu versehen.

Nehmen Sie sich die Kritiken, zu Ihren Büchern zu Herzen?
Na klar, nehme ich die mir zu Herzen. Ich fertige dann von den bösen Kritikern Vodoo-Püppchen an und …. Nein, Spass beiseite. Ich bin mir sehr wohl darüber im Klaren, dass ich, wenn ich meine „Ergüsse“ in die weite Welt hinaus schicke, nicht überall auf Begeisterung stoße. Damit muss wohl jeder Künstler leben. Und hin und wieder sind Kritiken selbstverständlich auch berechtigt und können für den Verlauf eines neuen Projektes sogar hilfreich sein.

Was ist das Geräusch/der Geruch Ihrer Kindheit?
Upss, da muss ich kurz nachdenken: Die Rollschuhe, es ist das Rattern meiner Rollschuhe über den Asphalt kurz bevor es mich auf denselben gehauen hatte. Und unvergleichlich der Geruch, wenn mir die bunten Brausebonbons in der Nase geprickelt haben.

Welchen Kindheitstraum haben Sie sich noch nicht erfüllt?
Ich habe meinen Kindheitstraum erfüllt: Ich bin erwachsen geworden (kann jedoch noch ziemlich kindisch sein)

Wenn Sie mit einem Fingerschnipsen etwas in Ihrem Leben ändern könnten – was wäre es, und warum?
Ach, eigentlich will ich nichts ändern. Und ehrlich, mir fällt auch gerade nicht ein, was und warum.

Welche Figur aus einem Roman oder einem Film würden Sie gerne treffen – und was würden Sie ihm / ihr sagen?
Da gibt es sicher einige. Ist nur die Frage, ob ich die wirklich treffen will, hmmm. Hach, mit Stephen King (ist zwar keine Figur, aber immerhin ein Roman-Schriftsteller) könnte ich mir vorstellen, einen amüsanten Tag zu verbringen. Wir könnten uns zum Beispiel endlos über die Schrecken unserer Kindheit austauschen.

Was bedeutet Familie für Sie?
Meine Freunde sind meine Familie.

Haben Sie ein Lieblingsbuch?
Oh ja, ich habe ganz ganz viele Lieblingsbücher. Also gut, mein aktuelles Lieblingsbuch: „Milchmann“ von Anna Burns – gerade vor einigen Tagen beendet.

Lieblingszitat?
„Die Normalität ist eine gepflasterte Strasse; man kann gut darauf gehen – doch es wachsen keine Blumen auf ihr. (Vincent van Gogh)

Wie würden Sie sich in drei Wörtern beschreiben?
Humorvoll (rabenschwarz), chaotisch, ein klein wenig reizbar

Was ist Ihnen wichtig, am Ende eines oder vielleicht sogar: eines jeden Tages getan zu haben?
Niemals im Groll gegen irgendjemanden in Bett gegangen zu sein.

Die beste Entscheidung Ihres Lebens war?
Sagen wir, eine meiner besten Entscheidungen war, dass ich mich nach einer ziemlich üblen Krankheit aufgerafft habe, meinen ersten Roman endlich fertig zu schreiben und ihn zu veröffentlichen.

Wann können Ihre Leser mit dem nächsten Buch rechnen?
Auch wenn der Hexenmeister und der Schattenkönig unabhängig von einander gelesen werden können, so hängen sie doch zusammen. Und weil eine Trilogie irgendwie eine runde Sache ist, werde ich die Geschichte um einen dritten Roman „Die Anderen – Chroniken aus dem Schwarzen Land“ ergänzen. Ich denke, es wird auf keinen Fall 30 Jahre, sondern ungefähr 1 1/2 Jahre (Mitte 2021) dauern.

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