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Interview mam Kerstin Böhm

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Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für diese Fragen nehmen!

Wann haben Sie bemerkt, dass Sie ein Talent zum Schreiben haben?
Begonnen hat meine Schreiblaufbahn 2011 im Café May in Hamburg-Eimsbüttel bei einem Glas Chardonnay und den Worten: „Ich habe ja echt viele Ideen und große Lust einen Frauenroman zu schreiben, allerdings habe ich keine Ahnung vom Schreiben.“ Zu diesem Problem wusste meine Freundin Uli, Texterin von Beruf, eine Lösung: „Ich habe eine Menge Ahnung vom Schreiben, aber nicht die Durchhaltekraft einen ganzen Roman fertigzustellen.“ So war das Autorenteam geboren und nach unzähligen Abendstunden mit dem Laptop auf meinem Sofa haben wir unseren Roman „Verplant verliebt“ herausgebracht. Ich hatte bei diesem ersten Projekt sehr schnell gemerkt, wie einfach es mir fällt, mir Geschichten auszudenken und als ich dann gelernt hatte, worauf es bei guten Texten ankommt, konnte ich nicht mehr aufhören.

Wie hat sich Ihr Leben nach den ersten Veröffentlichungen verändert?
Wurden Sie vom Erfolg überrascht?
Ja. 2011 steckte das Selfpublishing noch in den Kinderschuhen, dafür war der Erfolg unseres Romans umso erstaunlicher. Ich bin aber noch lange meinem Hautberuf als IT-Leiterin nachgegangen und habe Schreiben als Hobby betrachtet, was ich im Nachhinein gerne anders gemacht hätte. Denn so konnte ich nur alle zwei Jahre in Buch veröffentlichen.

War es schwierig für das erste Buch einen Verlag zu finden?
(Für Selbstverleger: Wieso haben Sie sich für den Selbstverlag entschieden?)
Wir hatten zuerst versucht, das Buch bei Verlagen unterzubringen, leider ohne Erfolg. Da dieses Buch sich so unglaublich gut verkaufte, war ich dann beim Selbstverlag geblieben.

Was ist für Sie der schwierigere Moment – den ersten Satz zu schreiben oder den letzten?
Den ersten Satz finde ich schwieriger, denn er soll die Leser ja direkt in die Geschichte ziehen. Der letzte Satz ist eine Abrundung des ganzen Romans und kommt mir meist zugeflogen.

Haben andere Autoren Sie beeinflusst – und wenn ja: Wie?
Ich selbst verschlinge Liebesromane. Bücher wie «die Frau des Zeitreisenden » waren es, die sich in mein Herz geschlichen und mich beeinflusst haben, es mal mit einem etwas anspruchsvolleren Liebesroman zu probieren.

Wie lange dauerte es von der Idee, bis zum fertigen Produkt?
Wenn ich nebenberuflich schreibe, dann zwei bis drei Jahre. Seit diesem Jahr bin ich « Autorin auf Vollzeit » und ich denke, nach fünf bis sechs Monaten ein veröffentlichungsreifes Buch zu haben. Nur ist mir nun Corona in die Quere gekommen und betreue stattdessen meine kleine Tochter.

Schreiben Sie mit der Hand, der Schreibmaschine, dem Computer? Wie darf man sich Ihren Arbeitsplatz vorstellen?
Am liebsten auf dem Sofa mit dem Laptop auf dem Schoß. In letzter Zeit bin ich vernünftiger und setze mich an meinen Schreibtisch, mit Blick auf den Garten und den Wald dahinter.

EBooks oder Papierdruck?
Was halten Sie von Eselsohren in Büchern?
Ich lese nur eBooks. Das liegt daran, dass ich meist zum Lesen komme, wenn ich meine Tochter ins Bett bringe. Da ist es dann dunkel im Raum und mit einem gedruckten Buch schwierig.
Aber als ich noch Printbücher gelesen habe, war es ein absolutes No-Go, Eselsohren zu knicken.

Nehmen Sie sich die Kritiken, zu Ihren Büchern zu Herzen?
Ja und nein. Konstruktives Feedback ist mehr als willkommen und ich kann davon nur lernen. Wenn also bei einem Buch zum Beispiel viele Leser berichten, dass sie einige Passagen langweilig fanden, dann frage ich sehr genau nach, welche es waren. Wenn mir jemand an den Kopf wirft, ich solle mir lieber einen anderen Job suchen, weil mein letztes Buch so schlecht war (bereits passiert) und die sonstigen Feedbacks gut waren, dann ignoriere ich das.

Was ist das Geräusch/der Geruch Ihrer Kindheit?
Frisch gemähtes Gras, weil das Haus meiner Eltern an einer großen Wiese liegt. Und der Geruch von Pfannkuchen.

Welchen Kindheitstraum haben Sie sich noch nicht erfüllt?
Tatsächlich keinen  Das beschreibt mein aktuelles Leben ganz gut.

Wenn Sie mit einem Fingerschnipsen etwas in Ihrem Leben ändern könnten – was wäre es, und warum?
Gerade? Nichts! Wobei, doch! Ich würde Corona verschwinden lassen!

Welche Figur aus einem Roman oder einem Film würden Sie gerne treffen – und was würden Sie ihm / ihr sagen?
Claire von Outlander (Diana Gabbaldon) und ich würde ihr sagen : « Geh nicht zurück ! Bleib in der Vergangenheit ! Er hat die Schlacht überlebt »
Aber dann wäre nach dem ersten Band wohl Schluss gewesen, das will man nun ja auch nicht 

Was bedeutet Familie für Sie?
Sie ist mein Ausgleich, meine Erdung, meine Welt. Ich könnte mir ein Leben ohne meinen Mann und meine kleine Tochter nicht mehr vorstellen.

Haben Sie ein Lieblingsbuch?
Nicht das eine Lieblingsbuch. Die Frau des Zeitreisenden fand ich großartig. Das Buch « der Zopf » von Laetitia Colombani hat mir auch sehr gut gefallen. Ansonsten lese ich auch die LYX-Romane hoch und runter, um mich zu entspannen.

Lieblingszitat?
« Viele Menschen versäumen das kleine Glück, während sie auf das Große vergebens warten. » Pearl S. Buck

Wie würden Sie sich in drei Wörtern beschreiben?
Kreativ. Gesellig. Diszipliniert.

Was ist Ihnen wichtig, am Ende eines oder vielleicht sogar: eines jeden Tages getan zu haben?
Diesen Traum erfülle ich mir gerade indem ich meinen Hauptjob « geschmissen » habe und nur noch schreibe. Das macht mich wirklich sehr glücklich.

Die beste Entscheidung Ihres Lebens war?
Meine Tochter Lisa zu bekommen.

Wann können Ihre Leser mit dem nächsten Buch rechnen?
Ich schreibe gerade an einer Trilogie und die Erstversion des ersten Bandes ist gerade fertig geworden. Das Buch wäre in zwei Monaten veröffentlichungsreif, denke ich. Aber ich überlege, es doch Verlagen anzubieten, das würde das Ganze leider noch etwas verzögern. Somit kann ich diese Frage leider noch nicht beantworten.

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