dt. Interview

Interview mam Uwe Laub

Autorenfoto_farbeFoto: „Marion Laub – Fine Art Photography“

Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für diese Fragen nehmen!

Wann haben Sie bemerkt, dass Sie ein Talent zum Schreiben haben?
Als meine Tochter noch sehr klein war, haben wir jedes Jahr Bootsurlaub in Kroatien gemacht. Wie das auf einem Boot so üblich ist, habe ich Logbuch geschrieben. Das war mir aber auf Dauer zu langweilig, also habe ich eine Art „Urlaubs-Tagebuch“ daraus gemacht, um Erinnerungen zu bewahren. Dabei habe ich festgestellt, dass mir das Schreiben Spaß macht.

Wie hat sich Ihr Leben nach den ersten Veröffentlichungen verändert?
Wurden Sie vom Erfolg überrascht?
Ja, es hat mich tatsächlich überrascht, dass gleich mein erster Roman von einem großen Deutschen Verlag veröffentlicht wurde. Üblich ist das keineswegs. Und als es „Blow Out“ dann sogar zum Buchtipp ins Sat1 Frühstücksfernsehen gebracht hat, konnte ich es kaum fassen.

War es schwierig für das erste Buch einen Verlag zu finden?
Ich hatte das große Glück, dass ein befreundeter Autor von „Blow Out“ begeistert war, und mich seiner Agentur vorgeschlagen hat. Nachdem mich die Agentur unter Vertrag genommen hatte, ging es dann überraschend schnell.

Was ist für Sie der schwierigere Moment – den ersten Satz zu schreiben oder den letzten?
Eigentlich fallen mir beide Sätze nicht schwer. Die Spannung über insgesamt 400 Seiten zu halten, das ist die große Herausforderung.

Haben andere Autoren Sie beeinflusst – und wenn ja: Wie?
Wenn ich nur einen Namen nennen sollte, wäre das sicherlich Frank Schätzing. „Der Schwarm“ hatte mich seinerzeit begeistert, und mich sicherlich auch ein klein wenig zu meinem Debüt „Blow Out“ inspiriert.

Wie lange dauerte es von der Idee, bis zum fertigen Produkt?
Die Idee zu meinem aktuellen Roman „Leben“ kam mir Anfang 2016. Damals schrieb ich aber gerade noch an „Sturm“, also wanderte die Idee für ein paar Monate in die Schublade. Für die Recherchen zu „Leben“ und das Schreiben selbst, brauchte ich etwa 18 Monate. Allerdings bin ich ja (noch) nicht hauptberuflicher Autor, komme berufsbedingt also nicht jeden Tag zum Schreiben.

Schreiben Sie mit der Hand, der Schreibmaschine, dem Computer? Wie darf man sich Ihren Arbeitsplatz vorstellen?
Computer. Von Hand würde ich vermutlich wahnsinnig werden, so häufig wie ich Sätze umformuliere. Mein Schreibplatz ist überall da, wo ich meinen Laptop aufklappen kann.

EBooks oder Papierdruck?
Was halten Sie von Eselsohren in Büchern?
Zu Hause lese ich nur gedruckte Bücher. Ein gedrucktes Buch in Händen zu halten, gehört für mich zum „Rundum-Lese-Erlebnis“ mit dazu. Auf Reisen allerdings ist das Ebook schon sehr praktisch; da möchte ich es nicht missen. Eselsohren gibt es bei mir nicht; das arme Buch …

Nehmen Sie sich die Kritiken, zu Ihren Büchern zu Herzen?
Ja, wenn die Kritik sachlich und begründet ist. Kritik ist ja nicht per se negativ. Sie kann mich als Autor durchaus weiterbringen, weshalb ich mich immer über Feedback freue. Unsachliche Kritik, die offensichtlich nur dazu dient, mir bzw meinem Buch zu schaden, blende ich aus.

Was ist das Geräusch/der Geruch Ihrer Kindheit?
Interessante Frage. Da fällt mir spontan der Geruch des warmen Schokopuddings meiner längst verstorbenen Oma ein.

Welchen Kindheitstraum haben Sie sich noch nicht erfüllt?
Einmal die Welt auf einem Segelschiff umrunden.

Wenn Sie mit einem Fingerschnipsen etwas in Ihrem Leben ändern könnten – was wäre es, und warum?
Ich würde mir den Bartwuchs wegschnipsen. Mich nie wieder rasieren zu müssen, das wäre toll.

Welche Figur aus einem Roman oder einem Film würden Sie gerne treffen – und was würden Sie ihm / ihr sagen?
Gollum aus „Herr der Ringe“. Ich würde ihm sagen, dass ich ihn gut verstehen kann und er mein Mitgefühl hat, aber dass er trotzdem ein wenig chillen sollte.

Was bedeutet Familie für Sie?
Familie ist das Wichtigste im Leben.

Haben Sie ein Lieblingsbuch?
Lieblingszitat?
Douglas Adams „Per Anhalter durch die Galaxis“.
Mein Lieblingszitat: „Nimm das Leben nicht so ernst. Du kommst da sowieso nicht lebend raus.“ Leider weiß ich nicht, von wem dieser Spruch stammt.

Wie würden Sie sich in drei Wörtern beschreiben?
Naturverbunden. Gemütlich. Genügsam.

Was ist Ihnen wichtig, am Ende eines oder vielleicht sogar: eines jeden Tages getan zu haben?
Meine Frau und ich haben ein Morgenritual: Jeden Morgen bringt einer von uns dem anderen Kaffee ans Bett und bevor der Alltag startet, nehmen wir uns ein paar Minuten Zeit zum gemeinsamen Kaffeetrinken. Wenn einer von uns mal geschäftlich unterwegs ist, fehlt das uns beiden.

Die beste Entscheidung Ihres Lebens war?
Aus dem Hamsterrad als Bankangestellter auszusteigen und mich Selbständig zu machen.

Wann können Ihre Leser mit dem nächsten Buch rechnen?
Mein neuer Roman wird im Herbst-/Winterprogram 2021/2022 wieder bei Heyne erscheinen.

 

 

 

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